Ebenhausen

Historische Postkarte; aus Stöckl, "Ebenhausen im Isartal".

Ebenhausen, ein Ortsteil von Schäftlarn, ist vor allem seit dem 19. Jahrhundert ein Anziehungspunkt für prominente Persönlichkeiten jeglicher Couleur. Kein Wunder: seine Schlösser, das nahe Kloster Schäftlarn, die beliebte Wirtstaverne und die Schönheit des Isartals boten jegliche Abwechslung. Übrigens: Der Ort bietet einen herrlichen Blick auf das gesamte Alpenpanorama.

Historische Postkarte; aus Stöckl, "Ebenhausen im Isartal". Historische Postkarte; aus Stöckl, "Ebenhausen im Isartal".

Von Bedeutung war da die Ebenhauser Klosterschenke. Spätestens 1559 gab es die auch von den Mönchen des Klosters Schäftlarn, aber auch Flößern rege besuchte Schenke, den heutigen „Gasthof zur Post“ (derzeit geschlossen). Diese Taverne machte zwischen 1642 und 1655 in ganz Oberbayern von sich reden, wegen eines erbitterten Streits zwischen dem Kloster und seinem Pächter Georg Schormaier. Der Abt des Klosters warf dem Wirt unter anderem vor, seinen Vorgänger nicht ausbezahlt zu haben, die Pacht nicht zu bezahlen, die Schenke verfallen zu lassen und widerrechtlich Holz nach München zu verkaufen. Schormaier leugnete das und behauptete hingegen, das Kloster würde selbst Bier ausschenken und so der Taverne Konkurrenz machen. Der Streit schaukelte sich hoch, die Wirtsleute griffen zu den Waffen, bedrohten den Klosterrichter mit dem Säbel. Am Ende mischte sich Kurfürst Ferdinand Maria von Bayern (1636-1679) ein, genannt „der Friedliebende“, und sprach ein salomonisches Urteil: Der Pächter flog – und erhielt dafür offenbar den Hof nebenan.

Im selben Gasthof soll im September 1786 Dichterfürst Goethe (1749-1832) wegen eines Radbruchs seiner Kutsche einen Halt eingelegt haben.

Mehr über Ebenhausen in unserem Buch „Entlang der Isar. Von Scharnitz bis München-Thalkirchen - Ausflüge auf den Spuren der Flößer“.