Geretsried

Geretsried ist zugleich sehr alt und sehr jung: Die Geschichte des Ortes lässt sich fast ein Jahrtausend weit zurückverfolgen. Aufzeichnungen zufolge soll es hier schon ab 700 nach Christus zwei Schwaigen (Höfe) gegeben haben. Doch hier lebten nicht nur Landwirte, sondern auch Kalkbrenner – die ihren gebrannten Kalk über die Isar auf Flößen ins Unterland brachten.

Erwähnt werden die beiden Höfe erstmals namentlich im Jahr 1083. Die beiden Höfe wechselten oft den Besitzer: 1083 gehörten sie dem Chorherrenstift Habach, 1297 dem Kloster Fürstenfeld, 1441 dem Kloster Benediktbeuern; ab 1508 war das Kloster Beuerberg alleiniger Grundherr für die zwei Höfe. Seine heutige Größe und Gestalt erlangte Geretsried erst in den Jahrzehnten seit 1937.

Geretsried ist heute eine moderne Stadt.

Geretsried ist zugleich sehr alt und sehr jung: Die Geschichte des Ortes lässt sich fast ein Jahrtausend weit zurückverfolgen. Aufzeichnungen zufolge soll es hier schon ab 700 nach Christus zwei Schwaigen (Höfe) gegeben haben. Doch hier lebten nicht nur Landwirte, sondern auch Kalkbrenner – die ihren gebrannten Kalk über die Isar auf Flößen ins Unterland brachten.

Erwähnt werden die beiden Höfe erstmals namentlich im Jahr 1083. Die beiden Höfe wechselten oft den Besitzer: 1083 gehörten sie dem Chorherrenstift Habach, 1297 dem Kloster Fürstenfeld, 1441 dem Kloster Benediktbeuern; ab 1508 war das Kloster Beuerberg alleiniger Grundherr für die zwei Höfe. Seine heutige Größe und Gestalt erlangte Geretsried erst in den Jahrzehnten seit 1937.

Der Wasserlauf am Karl-Lederer-Platz soll die Isar symbolisieren.

Geretsried ist zugleich sehr alt und sehr jung: Die Geschichte des Ortes lässt sich fast ein Jahrtausend weit zurückverfolgen. Doch seine heutige Größe und Gestalt erlangte Geretsried erst in den Jahrzehnten seit 1937.

Aufzeichnungen zufolge soll es dort schon ab 700 nach Christus zwei Schwaigen (Höfe) gegeben haben. Erwähnt werden sie erstmals namentlich im Jahr 1083. Die beiden Höfe wechselten oft den Besitzer: 1083 gehörten sie dem Chorherrenstift Habach, 1297 dem Kloster Fürstenfeld, 1441 dem Kloster Benediktbeuern; ab 1508 war das Kloster Beuerberg alleiniger Grundherr für die zwei Höfe.

Das heute nicht mehr existierende Ur-Anwesen, eine halbe Schwaige, hieß „zum Lukasn“. Auf diesem Hof lebten 265 Jahre – von 1541 bis 1808 – das Bauerngeschlecht der Scheid, dann der Meier. Die zweite Schwaige gehörte erst der Familie Schuster und ab 1780 der Familie Orterer. Ein neuer Orterer-Hof, der heute noch steht, kam 1860 dazu.

Durch Abtrennung aus dem Lukashof ging 1812 das heutige Gasthaus Geiger hervor: Eine Tochter des Scheidbauern, eine verheiratete Meier, hatte die „Conzession zum Ausschank von weißem und braunem Bier“ erhalten. Das Haus lag dafür günstig an der alten Poststraße von München über Innsbruck nach Italien. 1896 übernahm der Wolfratshauser Flößer Thaddäus Geiger die Gaststätte durch Heirat.

Bis heute führen die Nachkommen von Thaddäus Geiger die Gaststätte weiter und halten in den Gasträumen seine flößerischen Objekte, wie Urkunden, Gemälde, Miniaturfloß, in Ehren.

Für die Gerichtsbarkeit und Steuerzahlung von „Geroldsried“ (seit 1736 Geretsried) war früher der Markt Wolfratshausen zuständig. Kirchlich gehörte die Schwaige aber zur Pfarrei Königsdorf, der Mutterkirche des ganzen Isarwinkels.

Im heutigen Stadtgebiet gab es eine Floßlände, dorthin brachten die Kalkbrenner ihre fertige Ware. Auf den alten Flurkarten aus dem Jahr 1863 findet sich der Flurname „Kalkofenfeld“. Der dazugehörige Ofen lag auf der Südseite der Tattenkofer Straße nahe des Gasthauses Geiger. Errichtet wurde er vom Bauer Orterer; heute ist von ihm aber nichts mehr zu sehen.

Nikolaus-Kapelle

Wahrzeichen Geretsrieds: Die Nikolaus-Kapelle.

Aus dem beschaulichen Weiler und der Nikolaus-Kapelle - beachten: dem Flößerpatron hl. Nikolaus geweiht! - wurden im Dritten Reich auf dem heutigen Stadtgebiet zwei Rüstungsbetriebe: die „Verwertchemie“ der Dynamit AG und die „Deutsche Sprengchemie“, jeweils getarnt als Schokoladenfabrik, versteckt durch Wald und Erdhügel.

Nach Kriegsende 1945 kamen Heimatvertriebene aus dem Sudetenland und anderen früher von Deutschen besiedelten Gebieten nach Geretsried. In den übrigen Anlagen, die nicht von den Amerikanern gesprengt wurden, siedelten sich Betriebe an. 1950 wurde Geretsried zur eigenständigen Gemeinde, und die Siedlung wuchs und wuchs. 1970 wurde sie zur Stadt erhoben. Heute ist Geretsried, zu dem seit 1978 auch der Ort Gelting (siehe Buch „Entlang der Loisach“) gehört, mit rund 24.000 Einwohnern nicht nur die größte, sondern auch reichste Stadt im Landkreis.

Geretsrieder Flößersage: „Das Rote Kreuz im Farchet“

Im Farchet, auf dem Isaruferweg zwischen Waldram und Geretsried, steht ein hohes Wegkreuz. Seine rote Farbe, die ihm den Namen gab, ist kaum noch zu erkennen. Das Kreuz erinnert an eine Romanze im Mittelalter mit tragischem Ausgang. Um seine Errichtung rankt sich eine Sage: Sie handelt in einer Zeit, in der die Flößerei auf der reißenden Isar noch eine wichtige Rolle spielte.

Die schöne Philomena, Tochter des Müllers der Wolfratshauser Kastenmühle, gewann alle Herzen durch ihren Liebreiz, ihre Schönheit und ihr freundliches Wesen. Was Wunder, dass sie von Freiern viel umworben wurde. Aber keiner von ihnen fand Gehör, denn ihr Herz war längst vergeben. Sie liebte einen, den sie nicht lieben durfte, denn er war arm und sie so schön und reich. Wöchentlich zweimal traf sie ihn.

Er war ein Floßknecht und sein Vaterhaus stand weit drinnen in der Jachenau. Wie glücklich war Philomena. Sie wusste genau den Tag, ja selbst so ungefähr die Stunde, welche den Geliebten in ihre Nähe brachte, wenn er mit dem Floß isarabwärts kam. Wie viel hatten sie sich zu erzählen bei dem kurzen Stelldichein, wenn das Floß an der Lände anlegte.

Doch die Liebenden rechneten nicht mit der Menschen Tücke und Geschwätzigkeit, die dem Vater hinterbrachte, was er nicht wissen durfte. Auf seinen strengen Befehl musste daraufhin Philomena beim Burgvogt des Ritters Judas Teufelsnest, dessen Burg in der Nähe von Einöd lag, in Dienst treten.

Nun waren die Liebenden getrennt. Aber Liebe ist erfinderisch. Um jeden Preis wollte der Floßknecht seine Philomena erringen, sie musste ihm gehören, koste es, was es wolle. Oft hatte er hinaufgeschaut zum Teufelsnest, wenn er auf den reißenden Wellen der Isar mit dem Floß vorbeifuhr. Oftmals landete er sein Floß an und ging in die Nähe der Burg. Er hoffte auf eine günstige Gelegenheit, um Philomena vielleicht zu treffen.

Eines Tages sah er den Ritter mit seinen Mannen zum Burgtor hinausreiten. Da verkleidete er sich als Pilger und bat so am Burgtor demütig um Einlass. Die Burgwartin ließ ihn eintreten und bot ihm eine Mahlzeit, die ihm Philomena servierte. Aber da sie nicht allein waren, durfte das Mädchen mit keinem Wort erzählen, was es in der Trennungszeit erduldet. Nur die unaufhaltsam fließenden Tränen verrieten es.

Als die Burgwartin sich entfernt hatte, zog der Floßknecht Philomena eilends mit sich, floh mit ihr über den Burgfrieden hinunter zur Isar, um dort auf sein Floß zu steigen. Aber oben im Teufelsnest war die Flucht bereits entdeckt worden. Die Häscher des Ritters nahmen sofort die Verfolgung auf. Schon bald hatten sie das Paar eingeholt – sie konnten nicht mehr entkommen. Da sah der Floßknecht alles verloren. Denn wegen Mädchenraubs stand ihm grausame Folter und der Tod bevor. Verzweifelt griff er nach seinem Dolch und stieß ihn sich eigenhändig tief in seine Brust, worauf er sterbend niedersank.

An der Stelle seines Todes ließ die schöne Müllerstochter das Kreuz zum ewigen Andenken an ihren Floßknecht errichten und rot – wie die Liebe – bemalen. Mehrere Male ist es schon erneuert worden, aber der Name "Rotes Kreuz" ist bis heute geblieben.

Mehr über Geretsried in unserem Buch „Entlang der Isar. Von Scharnitz bis München-Thalkirchen - Ausflüge auf den Spuren der Flößer“.