Hinterriß

Der Rißbach, Foto: Alpenpark.

Der malerisch von Bergen eingerahmte, winzige Ort im Tal der Riß ist Teil der beiden österreichischen Gemeinden Vomp und Eben am Achensee. Doch die Siedlung ist derart abgeschieden, dass Besucher müssen die Straße über das bayerische Vorderisß wählen müssen.

Eisenerz wurde hier abgebaut, zudem diente die Gegend der Jagd und der Forstwirtschaft. Im 16. Jahrhundert entstand die Kapelle „Maria auf der Schmelz“. Sie wurde besucht von den Bergarbeitern und Wallfahrern – viele davon aus Bayern.1831 errichteten drei Tiroler Franziskaner hier ein kleines Kloster. Es war ein beliebter Anziehungspunkt für Wanderer und Naturliebhaber.

1854 besuchte König Maximilian II. von Bayern Hinterriß. Der König fremdelte allerdings: Er aß zwar im örtlichen Gasthof, brachte aber seine eigene Hofküche mit. Am 6. und am 20. Juli 1865 kam König Ludwig II. – es waren die ersten beiden von zahlreichen Besuchen des Märchenkönigs in dem abgelegenen Weiler im Karwendel.

1890 kam auch Prinzregent Luitpold von Bayern nach Hinterriß, ließ sich das Franziskanerkloster zeigen und staunte nicht schlecht: Lag doch im Raum des Guardians eine bayerische Fahne im Schmutz. Sie wurde umgehend aufgehoben und gehisst, gemeinsam mit der Flagge Österreichs. Der Prinzregent war gnädig: Er hinterließ den Brüdern ein Almosen und mehrere Zigarren. Das Kloster allerdings konnte sich finanziell nicht mehr lange halten: 1891 verließen die letzten Franziskaner die Hinterriß.

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