Wackersberg

Wackersberg ist dank seiner hohen Lage von der Sonne verwöhnt. Die erste bekannte schriftliche Nennung des Hügels stammt aus dem Jahr 1195 in einer Urkunde wird die Schenkung des „Waccherberch“ an das Kloster Schäftlarn erwähnt. Ein Hinweis auf die Flößerei ist die Wackersberger Pfarrkirche: Sie ist dem hl. Nikolaus geweiht, dem Patron der Flößer.

Denn obwohl der Ort hoch gelegen ist, wurde doch gebunden und lose geflößt. Und zwar im Ortsteil Unterfischbach auf dem Rothbach. An der Isarmündung wurden die Stämme vor der weiteren Verwendung aufgegantert. Holz gelangte zur Leitermühle (1948 abgerissen, Neubau 2001) durch einen Werkkanal, gespeist mit Isarwasser, das mittels Wehr abgeleitet wurde.

Plakat Archiv Willibald

Neben dem regionalen Markt wurde auch per Floß exportiert. Bis München durfte der Sägmüller seine eigene Ware transportieren. Bei Bretterware fuhr er mit der wirtschaftlich günstigsten Variante eines Floßes, von eingefleischten Flößern als Neumodefuhrwerk verunglimpft: dem Waldschragen. Beim Waldschragen lagen statt einer geschlossenen Floßtafel zwei oder drei Stämme als Rümpfe in Fahrtrichtung im Wasser, auf denen ein Aufbau und auf wasserfreiem Niveau festverzurrte Bretterstapel aufgebracht wurden.

Der Kirchturm von Sankt Nikolaus ist damit der einzige mittelalterliche Kirchturm im Isarwinkel. Der Rest der alten Kirche dagegen war derart baufällig, dass er 1829 abgerissen werden musste. Damals aber fand sich kein Baumeister, der die Kirche erneuern wollte. Der Auftrag erging deshalb schlicht an einen Zimmermeister und einen Maurermeister, die rasch von sich reden machten, weil sie öffentlich rauften. Die Zusammenarbeit war dürftig – und als die Wackersberger merkten, dass die Wände schief standen, war der Dachstuhl bereits abgebunden. Statt den Fehler zu beheben, wurde die Kirche kurzerhand geweiht.

Mehr über Wackersberg in unserem Buch „Entlang der Isar. Von Scharnitz bis München-Thalkirchen - Ausflüge auf den Spuren der Flößer“.