Walchensee

  • Abendstimmung auf dem Walchensee
  • Auch heute wird gelegentlich noch Floß gefahren - aber nur noch zum Vergnügen; Foto: Charly Wammetsberger.

Die Geschichte von Walchensee hängt eng mit den Klöstern Benediktbeuern und Schlehdorf zusammen. Bereits in vor- und frühgeschichtlicher Zeit gab es einen Pass am Kesselberg, der den Zugang zum Brenner- und Reschenpass ermöglichte. Im Jahr 1492 ließ Herzog Albrecht IV. von Bayern (1447-1508) dann die Kesselbergstraße zwischen Walchen- und Kochelsee anlegen, um München noch besser an den Handelsplatz Mittenwald anzubinden.

Das Walchenseekraftwerk

Ab 1924 wurde der Isar und vielen anderen Flüssen das meiste Wasser zur Energieherstellung im Walchenseekraftwerk entzogen. Auf bayerischer Seite wird die Isar bei Krün erstmals mit einem Stauwehr zum »Isar-Stausee«. Der Fluss war fortan erst ab Wolfratshausen flößbar. Erst seit 1990 muss der Betreiber eine Mindestmenge an Wasser in den ursprünglichen Flusslauf fließen lassen, je nach Jahreszeit zwischen 3 und 4,8 m⊃3;/s. Ein weiterer Teil kommt seit 1955 zum Walchensee und zum Laufwasserkraftwerk Obernach. Auch der Zufluss Rißbach wird gestaut und ein Hauptteil in den 7 Kilometer langen Rißbachstollen, der einmal sogar die Isar unterquert, abgeleitet. Bei Niedernach am Walchensee gelangt sein Wasser in das seit 1951 betriebene Kraftwerk und weiter in den See. Das Wasser des Isarzuflusses Jachen ist bei Niedernach seit 1924 zugunsten des Walchenseekraftwerks fast ganz durch ein Wehr gesperrt. Die so hergestellte Energie wird unter anderem zur Stromversorgung Münchens und der Bahnen – wie die Mittenwaldbahn – verwenden.

Mehr über Walchensee in unserem Buch „Entlang der Isar. Von Scharnitz bis München-Thalkirchen - Ausflüge auf den Spuren der Flößer“.