Benediktbeuern

Benediktbeuren

Die Laingruber - so hieß fürher Benediktbeuern - hatten meist das Holz zu verflößen, das vom Kloster Benediktbeuern wegverkauft wurde. Der Bauernwald, an dem die Bauern Holz schlagen durften, befand sich in der Nähe desSattelbachs.

Der letzte Benediktbeurer Floß- und Holzmeister war Anton Gerold (†1914), er wohnte im ehemaligen Himmelhof, Hausname Alberl.

Lüftlmalerei zum Aufenthalt Goethes im Gasthof Post

Über das Kloster Benediktbeuern ist von Karl Wolf vom Historischen Verein Murnau (Jahrbuch 2011) zu erfahren, dass die Loisach vor dem Jahr 1529 noch nicht den Kochelsee durchfloss. Karl Meichelbeck (*1669; † 1734), Historiker und Archivar des Klosters, berichtet in seinen „Archive Bendictoburani“: „Dazumahl nemblich, ante ao. 1529 hatte die Loysach noch nit oberhalb in den See sich eingedrungen.“ Und weiter: „Nachdem die Loysach den alten Rünsaal verlassen und dermalen zwischen denen zwayen sogenannten Warmsee und Sibelsee in den weiten Kochelsee hineingetrungen, und mit der Truebe ihres aus denen Gebürgen herfürfierenden Wassers dergleichen Ferchen (Forellen) den ganzen See verwiesen“.

Weil Fisch ein wichtiger Bestandteil im Menüplan der Beneditkbeurer Mönche war, war diese neue Streckenführung des Flusses, die die Forellen durch Wassertrübung an der Fortpflanzung hinderte und ihnen weniger Nahrung gab, für die Klosterbrüder bestimmt ein großes Unglück. Bis 1600 wurde versucht, die Loisach in ihr altes Flussbett zurückzuführen. Dies missglückte, denn Meichelbeck schreibt: „Es haben zwar vor Zeiten Abtens Johann Benedict (1570-1604) die Drey kochelseeische Grundherrschaften, nemlich, Freysing, Bendictbeyrn und Schlechdorff, die Loysach aus dem See wieder abzutreiben ein concept gehabt (…), allein ist es (aus dieser Absicht), wais nit aus was ursach, ganz nit worden.“

Der Triftkanal, der in Großweil begann, endete in Benediktbeuern. Das Kloster, übrigens eines der ältesten Benediktinerklöster, hatte zunächst das Recht zur Zollerhebung am Kanal, war aber im Gegenzug für die Instandhaltung des Kanals zuständig. Weil dies sich letztlich für das Kloster nicht rechnete, gingen Reparaturen, aber auch die Einnahmen an die Kurfürstliche Hofkammer.

Mehr über Benediktbeuern in unserem Buch „Entlang der Loisach. Von Biberwier bis Wolfratshausen: Ausflüge auf den Spuren der Flößer“.