Oberau

Blühende Gewerbe waren einst Flößerei, Gips- (1700–1910) und Kalkgewinnung. Alle Flöße mussten in Oberau zur Abfertigung anlegen, der Ort war ein Hauptumschlagplatz für Holz- und Holzprodukte, die meist aus dem waldreichen Ammertal herangefahren wurden.

Der älteste Hinweis zur Flößerei auf der Loisach stammt aus dem Jahr 1439; damals wurden 16 Zentner Erz aus dem Ammergau entweder bei Oberau oder bei Murnau auf dem Wasserweg nach München verfrachtet.

In Oberau war das ehemals größte Abbaugebiet nördlich der Alpen: Es gab zwölf Gipsmühlen, die vom Gießenbach in Oberau angetrieben wurden, und 14 in der Gipsgewinnung tätigen Höfe. Die Bauern brachen im Winter Gips, im Sommer brannten sie ihn und stampften ihn in den Gipsmühlen. Der Gips wurde dann in Holzfässer abgefüllt auf Flößen die Loisach und Isar abwärts verfrachtet.

Oberau lag auch an der Gabelung der Fernstraßen Via Claudia Augusta und Via Raetia, die Venedig mit Augsburg, der mittelalterlichen Handelsmetropole, verbanden. Die eine führte über das Ammerseegebiet und Weilheim, die andere über Schongau und den steilen, für Pferd und Wagen schwer passierbaren Ettaler Berg. Könige und Fürsten zogen mit ihren Heeren und Gefolgschaften diese beiden Ettaler Straßen entlang, auch sie waren Quelle des Wohlstands im Ort.

Mehr über Oberau in unserem Buch „Entlang der Loisach. Von Biberwier bis Wolfratshausen: Ausflüge auf den Spuren der Flößer“.