Ohlstadt

Die Ohlstadter Bauern stellten in ihren Steinbrüchen östlich von Ohlstadt Wetzsteine her, die vor allem zum Schärfen von Sensen und Sicheln benötigt wurden. Die Steine waren begehrt: Sie wurden via Floß überall in Europa geliefert, wie nach Prag oder bis in die Balkanländer.

Über 600 Jahre war Ohlstadt ein Zentrum der Wetzsteinmacherei, die im Ort erstmals 1350 urkundlich erwähnt wird. Ein anderes, 1939 im Ort erloschenes Handwerk, war die Kalkbrennerei, wofür sich das Gestein der umgebenden Berge besonders gut eignete. Für kurze Zeit wurde auch Braunkohle in Buchenried bei Ohlstadt abgebaut.

Einen Beweis für eine sehr frühe hiesige Flößerei gibt das Jahr 1413, als Ritter Gebhard von Kammer auf der Schaumburg nahe Ohlstadt lebte. Gebhard hatte von seinem Vater mit der Burg auch riesige Schulden geerbt, die Gläubiger waren Münchner Bürger. Weil er die Schulden nicht zurückzahlen wollte, wurde er zum Raubritter. Wiederholt bedrohte er durch Überfälle die Floßfahrt auf der Loisach, beging auch viele andere Straftaten. 1414 wurde die Burg von den Münchnern belagert und zerstört.

Bild: Maibaum in Ohlstadt


Mehr über Ohlstadt in unserem Buch „Entlang der Loisach. Von Biberwier bis Wolfratshausen: Ausflüge auf den Spuren der Flößer“.