Schlehdorf

Die Schlehdorfer Flößer hatten ihren Ganterplatz direkt am Kochelsee. Wenn Westwind herrschte, konnten sie einigermaßen flott durch den See rudern, ganz im Gegensatz bei „Sunnawind“ (Südföhn). Oft wurden sie dann ins sumpfige Nordufer abgedrängt und saßen im Moor fest.

Zur Verbesserung der armen Schlehdorfer Bauern erhielten sie vom Kurfürst die Genehmigung zum Holzeinschlag im Freigebirge: ein „Söldner“ bekam Brennholz oder zwei Flöße, die „Gütler“ und größeren Bauern Holz für bis zu zehn Flöße zum Verkauf.

Als die Warenflößerei In den 1920er Jahren zum Erliegen kam, führten die Schlehdorfer, wie der Betrieb von Leonhard Jocher, Vergnügungs-Floßfahrten durch. Diese Reise nach Wolfratshausen war möglich, da beim Bau des Loisach-Isar-Kanals im Jahr 1924 die Rechte der Werdenfelser Flößer mit dem Einbau von - heute noch bestehenden - Floßgassen in den Loisachwehren von Schönmühl, Beuerberg und Eurasburg erhalten blieben.

  • Kochelsee
  • Foto Archiv Ch. Steeb

Mehr über Schlehdorf in unserem Buch „Entlang der Loisach. Von Biberwier bis Wolfratshausen: Ausflüge auf den Spuren der Flößer“.