Illerroute

Bis das Buch dazu erscheint, nachfolgend allgemeine Informationen über die

Flößerei auf der Iller

Die Iller ist der westlichste mit Floßfahrzeugen befahrbare Nebenfluss der Donau. Sie mündet nach 147 Kilometern kurz vor Ulm in die Donau. Die Flößerei reichte hier, wie aus alten Holzverträgen hervorgeht, bis ins 14. Jahrhundert zurück. Flößerei größeren Ausmaßes wurde vor allem von der Illermündung an donauabwärts seit dem 15. Und 16. Jahrhundert betrieben.

Aus dem Allgäu kam das Langholz, aus der Gegend um Kempten die Bretter, die Scheiter stammten meist aus Aitrach und Mooshausen, dünne Stangen wurden aus Kellmünz und Balzheim nach Neuburg an der Donau verflößt, von wo man sie weiter in die bayerischen Hopfengegenden transportierte.

Neben dem Holz wurden auch Steine, wie etwa zum Bau des Münsters in Lautrach (1444), und empfindliche Handelswaren, wie Wein oder die im Lautertal gesammelten Schnecken nach Wien transportiert.

Der Zusammenbau der Floßböden erfolgte auf der Iller stets nach alten überlieferten Regeln. So wurden die Langholzflöße meist aus 30 bis 40 mit Wieden und Birkennägeln zusammengehaltenen Stämmen verbunden. Gesteuert werden mussten sie mit zwei bis drei Mann. Der Oberknecht oder Oberflößer stand vorn, der am hinteren Ruder war der Nachknecht.

Wesentlich kleinere Floßfahrzeuge, die von einem einzigen in der Mitte stehenden Mann gesteuert werden konnten, hießen „Bädrische“. So ein Floß konnte bis zu 500 Bretter aufnehmen; er musste das vordere und rückwärtige Ruder gleichzeitig betätigen.

Eine Fahrt von Aitrach nach Ulm dauerte gewöhnlich 3 bis 6 Stunden, je nach Wasserstand. Für eine Reise nach Wien dagegen musste man schon mit 2 Wochen rechnen. Der Rückwegdauerte noch länger: Von Kempten nach Aitrach schafften es die Flößer zu Fuß in etwa 22 Stunden.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es auf der Iller regen Floßverkehr. Noch im Jahre 1865 zählte man 1322 Bretter- und Stammholzflöße, die von Kempten abfuhren. Doch bereits im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts kam - wie auch auf den meisten anderen Zuflüssen der Donau - die Flößerei hier beinahe völlig zum Erliegen. Dafür gab es zwei Hauptursachen: einmal die Verwendung der Eisenbahn und zum anderen den Bau mehrerer Stauwehre.

Heute wird der Fluss stark zur Energiegewinnung genutzt, die zahlreichen Kraftwerke – ohne Floßrutschen – lassen die Floßfahrt nicht mehr zu.

Trift

Auf den Nebenflüssen des Iller-Oberlaufs wurde in früherer Zeit auch Holz getriftet, das für die Metallgewinnung und -verarbeitung Verwendung fand. Die Trift betrieb man jedoch nur bis Kempten und zwar ab dem Zusammenfluss von Trettach, Stillach und Breitach.

Quelle: Bajorat/Sazenhofen, Handwerksfibel Flößerei und Trift

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