Bis das Buch erscheint, nachfolgend allgemeine Informationen über die

Flößerei auf dem Regen

Einen noch früheren schriftlichen Beleg für die Flößerei auf dem Regen gibt es aber mit der Abschrift eines Vertrags zwischen dem Burggrafen Pabo von Regensburg und dem Abt Ramwold von St. Emmeram: Um das Jahr 990 überlässt der Burggraf dem Kloster am Ufer des Regen beim Ort Maganaspah (Untermainsbach, westl. Nittenau) einen Holzlagerplatz sowie im Fluss eine Fläche zur Zusammenstellung von Flößen (ad deponenda ligna et in fluvio rates colligendas).

Die Regenflößer nannten sich „Fluder-Manner“, und ihre Floßfahrzeuge hießen Fluder. Allerdings unterschieden sich die Fluder grundlegend in ihrer Form von den bisher beschriebenen Floßtypen.

Ein Fluder wurde aus mehreren Floßtafeln (Fach) zusammengesetzt, sodass es bis zu 120 Meter lang werden konnte. Schon zwei Fludermanner konnten ein solches Floß steuern. Besondere Bedeutung kam dem Holztransport auf dem Regen vor allem in den Jahren 1857 bis 1862 zu. Damals verflößte man von Zwiesel aus 78 000 Langhölzer und Blöcher mit einer Länge bis zu 60 Fuß und 1750 Langhölzer, die mehr als 60 Fuß Länge maßen.

Nicht zuletzt diente der Regen, soweit er sich auf deutschem Gebiet befand, in einer Länge von etwa 165 Kilometern der Brenn- und Nutzholztrift. Neben dem Schwarzen oder Großen Regen verwendete man auch die größeren Zuflüsse zur Trift. Noch um 1860 triftete man vom oberen Regen jährlich etwa 45 000 Ster Brennholz flussabwärts. Über den Weißen Regen kamen pro Jahr etwa 9000 Ster.

Regensburg liegt am nördlichsten Punkt der Donau und an den Mündungen der linken Nebenflüsse  Naab und Regen. Die Stadt Regensburg entwickelte sich bald zum einem wichtigen Holzabsatzplatz. Die donauabwärts geführten Regensburger Holzflöße dienten zusätzlich dem Waren- und Personentransport und gingen bis Wien und Budapest.

Durch einen Vertrag von 1496 und ein Mandat von 1616 war den Bürgern von Regensburg der uneingeschränkte Holzbezug aus bayerischen Landen zugesichert, wobei zur Holzversorgung der Stadt ursprünglich die ausgedehnten Wälder an der Altmühl dienten.

Am Anfang des 18. Jahrhunderts nehmen 40 Schiffleute am Holzhandel nach Regensburg teil. 1769 entstand bei Reinhausen ein Holzgarten, der alles Holz für Regensburg, Stadtamhof und Straubing aufnehmen sollte.

Wegen eines Holzlagerplatzes in Reinhausen hatte es allerdings schon im 14. und 15. Jahrhundert Streit gegeben. Wie der Stadtchronist Gemeiner schreibt, stritten sich im Jahre 1358 bzw. 1435 die Bäcker am Regen und die Reinhausener Fluderer darüber, wo angeländet werden durfte und wer das Holz schließlich verkaufen durfte.

Trift

Die Trift durch die Staatsforstverwaltungen sowie verschiedene bauliche Maßnahmen machten schließlich im 19. Jahrhundert die Holztrift auf dem Regen bis nach Regensburg zu einem Geschäft. Vor dieser Zeit wurde das meiste Triftholz bereits in Zwiesel oder in Cham aus dem Wasser gefischt. Das Kloster Waldsassen, das schon sehr bald eine geordnete Waldwirtschaft betrieb, transportierte seine Nutzhölzer bereits im Mittelalter auf den Triftbächen flussabwärts.

Mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts endeten am Regen die Flößerei und weitgehend auch die Trift. Der Hauptgrund hierfür lag in der Errichtung einiger Kraftwerke. Während die letzte Brennholztrift nach Cham bereits im Jahre 1915 stattfand, endete die Flößerei mit dem Jahre 1925.

Quelle: Bajorat/Sazenhofen, Handwerksfibel Flößerei und Trift

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