Seenroute

Bis ein Buch erscheint, nachfolgend allgemeine Informationen über die

Flößerei auf bayerischen Seen

Um Seen zu überqueren, hielt man das lose Holz mit Hilfe locker aneinander gefügter Stämme, so genannter Scheeren, zusammen, zog es mit Booten über das Wasser und nutzte günstige Winde aus. Zitat des damaligen Weilheimer Oberförsters und Triftbeamten Wüstner: „Die Überfahrt geschieht beim Südwestwinde, welcher im Sommer des Nachts über herrschend ist. Deswegen wird mit jeder geladenen Schäre bei einer sternheitern Sommernacht gewöhnlich um elf bis zwölf Uhr abgefahren - und insofern der Wind stark und günstig ist - morgens zu Stegen am Ausfluss der Ammer aus dem See gelandet."

Zum Beispiel kam in der zweiten Hälfte des 19 Jahrhunderts am Ammersee das Langholzfloß, die herkömmliche Flößerei mit nebeneinanderliegenden Stämmen auf. Breiter als 4 Meter durften sie jedoch nicht sein, weil man mit ihnen auch die Amper mit Brücken und Schleusen befuhr. Aber es gab bald Probleme. Seit 1880 konnte die Flößerei nur noch nachts durchgeführt werden, um die Schifffahrt nicht zu behindern. Für den schwierigen Holztransport über den See gab es verschiedene Methoden: so genannte „Ladschiffe", große besegelte Flöße, den Schären und  dem „Langholzfloß".

Die Trift über den Tegernsee dauerte drei bis sechs Wochen. Die meist zweimal jährlich veranstalteten Triften über einen Zeitraum von jeweils sechs bis acht Wochen forderten einen hohen Personalaufwand.

Quelle: Bajorat/Sazenhofen, Handwerksfibel Flößerei und Trift

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