Ausstellung "Handelsweg Fluss" 2019

Die Wolfratshauser Ausstellung „Handelsweg Fluss“ unseres Vereins zeigte die Bedeutung des Floßes als Transportmittel. Zu sehen waren im Sparkassen-Beratungs-Center in der Sauerlacher Straße 36 Collagen – bestückt mit historischen Fotos und Textinformationen. Die Ausstellung war Teil einiger Aktionen des Vereins Flößerstraße e.V., mit denen er 2019 seinen 10. Geburtstag begeht.

Die Ausstellung beleuchtete hauptsächlich die Isar- und Loisach-Handelswege zu Wasser und war eine Kooperation des Vereins Flößerstraße mit dem „Buidleck“, Lenggries. Für die Ausstellung hatte Claus Eder vom „Buidleck“ aus dessen großen Bestand 31 Tafeln im Format 60 x 80 Zentimeter zusammen mit Rüth ausgewählt. Zusätzlich hatte Claus Eder noch fünf neue mit Wolfratshauser Themen angefertigt (www.buidleck.de), die weitgehend aus dem Flößerstraße-Archiv stammen.

Unsere Vereinsvorsitzende Gabriele Rüth dankte Sparkasse-Marketing-Leiter Willi Streicher und Sparkasse-Beratungs-Center-Leiter Andreas Kieslinger herzlich für die Genehmigung der Nutzung des Beratungs-Centers und der Stellwände. „Wir sind gerne Hausherr der Ausstellung“, sagte Andreas Kieslinger, „denn sie zeigt, wie wichtig dieses Handwerk für die Stadt war.“

Floß ist das älteste Transportmittel der Welt

Schon früh erkannten die Menschen, dass Holz schwimmt. Und in der Folge, dass man darauf entweder sich selbst oder Gegenstände transportieren kann. Deshalb ist das Floß auch das älteste Transportmittel der Welt. Schon seit dem Altertum transportierten Kaufleute und Händler ihre Güter, wagten sich über weite Entfernungen in unbekannte Regionen vor. Es entstanden Handelswege meist über das Wasser, denn die Landwege waren rar, schlecht und gefährlich.

Seit über 1000 Jahren ist Wolfratshausen Zentrum der Flößerei. Einst transportierten die Holzflöße Waren über die Loisach und Isar, heute nehmen sie abenteuerlustige Passagiere mit. Die Wolfratshauser Floßmeister beherrschten die Loisach: Sie organisierten den Linienverkehr für Waren und Personen. Im Jahr 1447 zählte man bereits 1.884 Flöße an der Wolfratshauser Lände, im Jahr 1496 stieg die Zahl auf 3.639, die höchste Zahl war 1864 mit 5.840 Flößen.

Was es einst auf der Loisach früher alles zu verzollen gab, verrät 1501 der „Summarische Extrakt und beschreybung der Khauf-Handels und Schefleuth im Lands Bayrn“: „gebogenes Ebenholz, Papier, Pferdedecken, Käse, Schafwolle, Maultrommeln, Barchent, gestrickte Hemden, Kreide, Schuhe, Kupferwasser, Schmalz, Schleifsteine, Wetzsteine, Hopfenstangen, Seegras, Fische (auch lebend)“.

Die Isartalbahn, die ab 1891 bis Wolfratshausen fuhr, und die Lastkraftwagen ersetzten auch hier nach und nach das Floß als Warentransportmittel. Aber die Floßbetriebe fanden eine neue Einnahmequelle: Etwa um 1900 begannen die Vergnügungsfloßfahrten, die es bis heute gibt.