Internationaler Tag der Flüsse 2018

30. September 2018

Unser Verein feiert erstmals „Internationalen Tag der Flüsse“

Anlässlich des „Internationalen Tages der Flüsse“, der immer am letzten Sonntag im September ist, haben wir ein vielfältiges, unterhaltsames und interessantes Abendprogramm rund ums Thema Flüsse zusammengestellt. „Der Tag der Flüsse passt wirklich optimal für unseren Verein“, so unsere Flößerstraße-Vorsitzende Gabriele Rüth, „weil die Flößerei ja hauptsächlich auf Flüssen betrieben wird. Kurz gesagt: Kein Floß ohne Fluss!

Und das stieß auf zahlreiches Interesse: Der Rote Raum des Wirtshauses Flößerei war bis zum letzten Platz besetzt, auch Kulturreferent Alfred Fraas und sein Vorvorgänger in diesem Ehrenamt, Peter Plößl, hatten sich dafür Zeit genommen.

Zum Beispiel erzählte der Isarranger Stefan Goller, beruflich Landschaftsarchitekt in Wolfratshausen, über seine spannende Arbeit an der Isar. „Die meisten, die an die Isar kommen, verhalten sich richtig“, stellte Goller klar. „Aber es gibt auch Bootfahrer, die, wenn sie auf der Isar gefahren sind, ihren Müll einfach liegenlassen. Den sammle ich dann ein.“ Manchmal treffe er auf Leute, die grillen oder zelten. Wenn Goller dann ihnen erklärt, dass der Lagerfeuerrauch bei den Tieren Panik auslöst, weil sie denken, dass der Wald brennt, „verstehen die meisten Ausflügler schon, warum das nicht geht“. Bisher nur einmal – Goller ist seit diesem Jahr Isarranger - habe er die Polizei rufen müssen.

  • Stefan Goller (re.) und Filmer Sigi Menzel

Dazu gab es an diesem Abend viele Informationen zum diesem internationalen Aktionstag, den Peter Fischer von Theater.Bayern unterhaltsam moderierte: Unsere Vorsitzende Gabriele Rüth berichtete über die Entstehung dieses hierzulande (noch) unbekannten Aktionstags, Vizevorsitzender Hermann Paetzmann nannte Beispiele, wie Dichterund Komponisten künstlerisch das Flüsse-Thema gestaltet haben. Der Filmer Sigi Menzel hatte extra zur Einstimmung auf das FlussFILMfestival des Vereins im November einen zehnminütigen Trailer mit den besten Filmausschnitten zusammengestellt. Dazu wurde auch erstmals das Programm des Filmfestivals präsentiert, in dem vom 9.-11. November Dokumentarfilme aus Bayern, Deutschland und der Welt zur Aufführung kommen (siehe auch www.flussfilmfestival.de).

Moderator Peter Fischer und Gabriele Rüth

Ferner wurde der Film „Lebensader Loisach“ von Servus TV gezeigt. In einem Quiz konnten die Anwesenden ihr Wissen über Flüsse testen, zu gewinnen gibt es Kinokarten für das FlussFILMfestival - die Gewinner werden im Isarkurier bekanntgegeben und informiert. Last but not least wurden die Gewinner des Mal- und Geschichtenwettbewerbs, den der Verein heuer durchführte, vorgestellt (siehe eigenen Artikel).

Aus terminlichen Gründen konnte jemand vom Verein „Rettet die Isar jetzt" nicht teilnehmen. Der 1. Vorsitzende, Dr. Karl Probst, schickte aber ein Grußwort. Darin schreibt er unter anderem, dass gerade wichtige Entscheidungen, die die Isar betreffen, anstehen und zählte auf: "Im Jahr 2020 kann der Freistaat Bayern die wasserrechtlichen Verträge zum Betrieb des Walchenseekraftwerkes kündigen – wozu ja auch die Loisach gehört-, um ein neues, ökologisch besseres Wasserregime zu erwirken. Diese Verhandlungen müssen von allen, die sich für naturnähere Flüsse einsetzen, politisch begleitet werden. Des Weiteren strebt das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen – wie von unserm Verein schon länger gefordert- eine Verordnung zum Bootfahren auf der Isar an. Wir begrüßen diese Entwicklung, da der Freizeit- und Erholungsdruck den Naturraum zunehmend bedroht. Hinzukommt, dass eine zunehmende Kommerzialisierung insbesondere des Rafting das Problem weiter verschärft. Wir hoffen sehr, dass diese Verordnung eine Besserung zugunsten der Wildflusslandschaft bewirkt und bitten alle Freunde unserer heimatlichen Flüsse diese aktiv zu unterstützen. Vor diesem Hintergrund sind Veranstaltungen wie der „Tag der Flüsse“ von besonderer Wichtigkeit.“

Über den Tag der Flüsse

Die Entstehungsgeschichte des World Rivers Day ist relativ gut dokumentiert. Konkret geht die Initiative für diesen Aktionstag auf den Kanadier Mark Angelo und das Jahr 2005 zurück. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich allerdings, dass die Ursprünge zeitlich noch weiter zurückreichen. Denn der aus Burnaby, British Columbia stammende Kanadier hatte bereits 1980 den lokalen BC Rivers Day zum Schutz der Flüsse ins Leben gerufen.

Als die Vereinten Nationen am 22. März 2005 anlässlich des World Water Day (dt. Weltwassertag) die International Decade for Action Water for Life (2005 – 2015) ausriefen, sah Angelo die Chance, hier eine internationale Plattform für sein Anliegen zu finden. Die UNO-Institutionen griffen den Vorschlag des Kanadiers auf und so entstand in Kooperation mit einer Reihe anderer Organisationen in diesem Kontext schließlich der heutige World Rivers Day.

Ziele und Intention: Um was geht es beim internationalen Aktionstag der Flüsse? Der Name des heutigen Aktionstages ist hier durchaus programmatisch zu sehen. Denn am jeweils letzten Sonntag im September soll die Öffentlichkeit die Wasserstraßen dieser Welt feiern. Die Initiatoren möchten mit dem heutigen Anlass u.a. auf die folgenden Aspekte aufmerksam machen: Flüsse sind auf der ganzen Welt nicht nur wirtschaftlich relevante Verkehrswege, sondern zugleich auch wichtige Lebensräume für viele Tiere und Pflanzen. Dementsprechend muss es ein globales Interesse an ihrem Erhalt und Schutz geben. Wasser ist ein Grundrecht.

Sie gestalteten den ersten „Internationalen Tag der Flüsse“ (v.li.): Sabrina Schwenger, Stefan Goller, Gabriele Rüth, Peter Fischer, Sigi Menzel und Hermann Paetzmann.