Flößerfilm Weltpremiere in Bozen

6. April 2017

Flößerfilm-Premiere in Bozen

Feierten die erfolgreiche Weltpremiere im südtirolerischen Bozen (v.l.): Hermann Paetzmann (Flößerstraße e.V.), Wolfratshausens Zweiter Bürgermeister Fritz Schnaller, der Geretsrieder Filmkomponist Titus Vollmer, Gabriele Rüth (Flößerstraße e.V.), Filmemacher Walter Steffen, Ingrid Schnaller (Werbekreis) und der Ickinger Impresario Wolfgang Ramadan.

Mit dem Dokumentarfilm über die Flößerei, eine Kooperation mit unserem Verein, hat Filmemacher Walter Steffen einen weiteren Meilenstein in der Dokumentarfilm-Landschaft des Oberlandes gesetzt. Das war die einhellige Meinung der Premierengäste beim Internationalen Bozener Filmfestival, darunter auch eine Delegation unseres Vereins. Walter Steffen hatte sich umfassend mit dem traditionsreichen Flößer-Handwerk auf Isar und Loisach befasst und das Thema in zauberhafte Bilder nebst orchestraler Filmmusik verwandelt. Kinotrailer und weitere Infos unter www.isarfloesser-film.de

Um 18.15 war es im Capitol-Kino, Raum 2, soweit: Es hieß „Vorhang auf“ zur Weltpremiere des Films. Im Publikum waren ebenfalls extra für diesen großen Tag dabei: neben einigen mit dem Film Beschäftigten: neben Walter Steffen, Ehefrau Kia Ahrndsen, Sprecherin und Filmgeschäftsführerin und der renommierte Geretsrieder Filmkomponist Titus Vollmer; ferner vom Verein Flößerstraße, der Kooperationspartner ist, Vorsitzende Gabriele Rüth und Vize Hermann Paetzmann. Sogar  Wolfratshausens Zweiter Bürgermeister Fritz Schnaller und Ehefrau Ingrid, die Vorsitzende des Werbekreises ist, und Impresario Wolfgang Ramadan – sie hatten auch an einer extra für den Film stattgefundenen historischen Floßfahrt mitgewirkt – wollten sich das Ereignis nicht entgehen lassen.

Wie kommt ein Film über die Isar- und Loisach-Flößer überhaupt ins südtirolerische Bozen? Das ging so: Der Seeshaupter Walter Steffen konnte ihn über seine Kontakte zum renommierten Starnberger Fünf-Seen-Filmfestival im Rahmen der „Internationalen Bozner Filmtage“ zeigen. Denn die Starnberger waren eingeladen worden, sich mit einem Film zu präsentieren und da hatten sie Steffens Flößerfilm gewählt. Eigens dazu waren nicht nur Festivalleiter Matthias Helwig mit Team am vergangenen Donnerstag angereist, sondern auch gfw-Geschäftsführer und Wirtschaftsförderer Christoph Winkelkötter und Werner Schmid, stellvertretender Geschäftsführer des Tourismusverbands Fünf-Seen-Land. Letztere präsentierten übrigens ihre Region den Festivalgästen bei einem Empfang vor der Aufführung aufwendig mit reichlich Informationsmaterial und luden ein zu lukullischen Spezialitäten aus ihrer Region. Mattias Helwig sagte in seiner Rede, er habe den Film unbesehen dem Programmdirektor und Begründer der Bozener Filmtage, Martin Kaufmann, empfohlen, da er die hohe Qualität von Steffens Dokumentarfilmen kenne und ihm deshalb auch diesmal voll vertraue.

Die Geschichte der bayrischen Flößer begeisterte auch im Süden, er ließ nicht nur die Herzen der Bayern höher schlagen. Denn die Kommentare der Südtiroler Zuschauer nach Ende des Films waren durchwegs positiv: „Ich habe bei manchen Szenen eine richtige Gänsehaut bekommen“, war ein Kommentar. „Wie haben Sie nur die originellen Animationen hinbekommen?“, fragte ein anderer Gast Regisseur Steffen. Der freute sich über das Feedback zur Welturaufführung in Bozen: „Es ist immer spannend, wenn ein neuer Film das Licht der Leinwand erblickt. In diesem Fall war es noch aufregender, diesen Film, der ja eigentlich für die Menschen im bayerischen Oberland gemacht ist, in Südtirol zu zeigen. Umso glücklicher bin ich über all die Menschen, die unseren Film über die Flößer so wunderbar fanden.“

Der Dokumentarfilm Film „Fahr ma obi am Wasser“ lässt das archaische Handwerk der Flößerei als wertvollen Transportweg und seine historische Bedeutung fürs ganze Oberland lebendig werden. Er ist spannend, informativ, spannt einen Bogen zum Heute und der Humor kommt auch nicht zu kurz. Zu sehen sind beispielsweise die Quellen von Loisach und Isar, wie beiden Flüsse teils reißende Stromschnellen überwinden, oder die große Floßrutsche im Mühltal bis hin zur Thalkirchner Floßlände in München. Dieser ehemals so wichtige Handels- und Transportweg begeistert bis heute mit seinem hohen Freizeit- und vor allem Erholungswert. Ab dem 17. Jahrhundert konnten Passagiere in zehn Tagen bis nach Wien reisen. Heute sind es die Touristen- und Gaudi-Floßfahrten von Wolfratshausen nach München, die die Menschen anlocken.

„Dieser Film ist ein einmaliges Dokument über die Flößerei auf Isar und Loisach“, sagte Flößerstraßen-Vorsitzende Rüth erfreut, die dieses Projekt angeregt hatte – Anlass war das deutsche immaterielle Kulturerbe der UNESCO und der Deutsche Flößertag in Wolfratshausen. Deshalb hatte der Verein den Filmemacher nicht nur mit allen möglichen Informationen versorgt, sondern auch kräftig bei der Suche nach Sponsoren und Förderung mitgeholfen. Denn die Beteiligung eines Fernsehsenders oder öffentliche Filmförderung gab es für diesen Dokumentarfilm nicht. Steffens Dank galt deshalb nach der Aufführung vor allem der Stadt Wolfratshausen, die als erste und großzügig dieses Filmprojekt gefördert hat, den Kommunen, Landkreisen und anderen Unterstützern an Isar und Loisach sowie den Sponsoren - allen voran ESB Südbayern und die Firmen Hirschkuss und Binder-Bräu aus Bad Tölz.

Die Deutschlandpremiere von „Fahr ma obi am Wasser“ (FSK 0 Jahre) findet im Rahmen des Dokumentarfilmfestivals (DOK.fest) am Mittwoch, 10. Mai 2017, um 20 Uhr im Rio Filmpalast in München statt. Der offizielle Kinostart für alle folgt dann am Donnerstag, 11. Mai 2017. Von diesem Tag an läuft der Film für die Wolfratshauser Bürger auch im Biergarten des Wirtshauses Flößerei in Wolfratshausen eine Woche mit Open-Air-Vorstellungen (bei Regen im Wirtshaus), als Einstimmung auf die Deutschen Flößertage, die am 18. Mai 2017 in Wolfratshausen beginnen. Weitere Aufführungen in Wolfratshausen sind am Freitag, 12. Mai, Samstag, 13. Mai, Sonntag, 14. Mai und Mittwoch 17. Mai 2017, Beginn ist 20.30 Uhr.

Ab sofort gibt es die Karten à 7 Euro in Wolfratshausen im Wunschtraum, Johannisgasse 8, und in der Raritätenstube, Obermarkt 26. Und wer Glück hat, kann sogar Freikarten für eine Floßfahrt gewinnen! Die Eintrittskarte also hinterher gut aufheben, sie ist gleichzeitig das Los.

Prost in Bozen mit Hirschkuss

Ein Prost auf eine gelungene Filmpremiere - unsere Vorsitzende hatte den Rest Hirschkuss, der auf der historischen Floßfahrt schon für Stimmung gesorgt hatte, mitgenommen.  

Alle Mitwirkende im Film:

Die Flößer:

Michael Angermeier, Arzbach
Andreas Seitner, Wolfratshausen
Franz Seitner, Wolfratshausen
Josef Seitner, Wolfratshausen

sowie

Stefan Bammer, Historiker, Lenggries
Andreas Binder, ehem. Museumsleiter, Bad Tölz
Robert Brannekämper, Architekt, Frauenkirche München
Michael Bromberger, Landwirt und Bürgermeister i.R., Beuerberg
Josef Draxl, Landwirt & Landschaftspfleger, Scharnitz/Tirol
Prof. Karl Filser, Historiker, Ausgburg
Ingrid Geiger, Nachfahrin von Flößern, Geretsried
Jost Gudelius, Archivar und Historiker, Jachenau
Dr. Max Hadersbeck, Informatiker & Musiker, Oberau
Alfred Hutter, Archivar & Autor, Baierbrunn
Hans Ketelhut, Kulturreferent Geretsried
Pfarrer Michael Kiefer, Thalkirchen, München
Helga Lauterbach, Autorin, Flößerkulturverein Thalkirchen, München
Josef Lohr, Forstwissenschaftler & Autor, Oberau
Hermann Paetzmann, Verein Flößerstraße, Wolfratshausen
Martin Melf, Archivar & Historiker, Wolfratshausen
Pater Norbert, Klosterarchivar, Schäftlarn
Regine Ronge, Autorin & Stadtführerin, Mittenwald
Gabriele Rüth, Verein Flößerstraße, Wolfratshausen
Prof. Dr. Heinz Schelle, Informatiker & Autor, Oberau
Fritz Schnaller, 2. Bürgermeister, Wolfratshausen 
Ingrid Schnaller, Werbekreis Wolfratshausen 
Wolfgang Ramadan, Impresario, Icking
Helmut Schmidmeier, Topograph, Historischer Verein Geretsried
Sabrina Schwenger, Verein Flößerstraße, Wolfratshausen
Kilian Willibald, Nachfahre von Flößern, Arzbach
Karl Wolf, Historischer Verein Murnau 

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